Übersicht über die Vor- und Nachteile verschiedener Gewächshausarten

Wer mit dem Gedanken spielt, ein Gewächshaus zu errichten – entweder komplett in Eigenregie oder als fertigen Bausatz – steht vor einer schier endlosen Fülle von Optionen. Neben völlig unterschiedlichen Gewächshausarten bieten auch diese wieder – je nach Ausführung – andere Vor- und Nachteile. Dabei ist es nicht immer leicht, von definitiven Vor- und Nachteilen zu sprechen, da – wie zuvor schon an anderer Stelle erwähnt – ein Gewächshaus in erster Linie funktional sein und seinem Zweck dienen sollte. Funktional meint hier nicht, dass optische und gestalterische Merkmale und Wünsche des Besitzers außen vorgelassen werden, sondern vielmehr, dass das Gewächshaus das tut, was es soll und dabei dem Anspruch des Besitzers gerecht wird.

Möchte z.B. jemand einfach nur ein paar Tomatenpflanzen in seinem Garten pflanzen und vor den gröbsten Wettereinflüssen schützen, kann bereits ein einfachstes Tomatengewächshaus (i.d.R. einfach nur ein Folie auf einem Trägergerüst) eine gute Lösung sein. Natürlich könnte man auch die gleichen Tomatenpflanzen in einem vollaugestatteten High-Tech Gewächshaus für mehrere zehntausend Euro anbauen. Man wäre allerdings geneigt zu sagen, dass man damit über das Ziel hinaus geschossen ist.

Das Beispiel verdeutlicht also, dass es am (zukünftigen) Besitzer ist, zu entscheiden, ob die tendenziellen Vor- oder Nachteile einer bestimmten Gewächshausart nun besonders ausschlaggebend für das eigene Vorhaben sind oder nicht.

Die Gewächshausarten im Vergleich

Freistehendes Gewächshaus (mit Satteldach)

Das Gewächshaus mit Satteldach ist der Klassiker unter den Gewächshäusern und ist gleichzeitig am vielseitigsten nutzbar.

Vorteile:

  • Bequemes, da aufrechtes Arbeiten möglich (ausreichende Stehwandhöhe vorausgesetzt)
  • Bei entsprechender Eindeckung ganzjährig nutzbar
  • Vielseitig bestückbar mit Pflanztischen, Hängeregalen etc.
  • Hohe Verfügbarkeit von Fertigbausätzen
  • Gutes Verhältnis von Weg- zu eigentlicher Nutzfläche (ab 10qm)
  • Hohe Langlebigkeit
  • Klima lässt sich in der Regel gut regulieren

Nachteile:

  • Tendenziell die teuerste Art von Gewächshaus (wobei erhebliche Spielräume bei Ausstattung und Fertigungsqualität liegen können)
  • Auf Grund der relativ hohen Kosten eher nicht zum „mal ausprobieren ob ich Spaß dran habe“ geeignet
  • Fundament wird benötigt (entweder Rand- oder Sockelsteine oder Fertigfundament bei Bausatz), daher nicht mal eben abgebaut und an anderer Stelle aufgebaut

Erdhaus

Das Erdhaus ist quasi ein begehbares Frühbeet und zeichnet sich dadurch aus, dass es (wie der Name andeutet) in die Erde eingelassen ist.

Vorteile

  • Unauffällige Erscheinung im Garten, da abgesenkt, dadurch ggf. eine Alternative, falls ein Nachbar Einspruch gegen ein ebenerdiges Gewächshaus einlegt
  • Durch die abgesenkte Position im Erdreich verbraucht ein Erdhaus weniger Energie (Isolationswirkung des Erdbodens)
  • Gut geeignet für Pflanzen, die es eher kühl mögen

Nachteile:

  • Der Lichteinfall ist durch die fehlenden Lichtdurchlässigen Wände deutlich geringer als bei einem herkömmlichen ebenerdigen Gewächshaus
  • Beim Mauern der Seitenwände muss sichergestellt werden, dass sie dem Druck des Erdreichs standhalten, auch bei starken Regenfällen. Fachmann heranziehen!
  • Da das Haus nicht ebenerdig ist, kann der Transport von Utensilien (Erdsäcke etc.) und größeren Pflanzen kräftezehrend sein
  • Abflussmöglichkeiten für Wasser im Eingangsbereich müssen explizit vorgesehen sein

 

Anlehngewächshaus

Das Anlehngewächshaus wird gegen eine bestehende Wand, meist eine Haus- oder Garagenwand „gelehnt“ und hat daher seinen Namen.

Vorteile:

  • Ein Anlehngewächshaus ist in der Regel etwas günstiger zu errichten als ein freistehendes Gewächshaus gleicher Größe
  • Bei Anbau an ein Haus kann die Isolations- und Wärmeabstrahlwirkung der Hauswand dazu dienen, die Energiekosten etwas geringer zu halten als bei einem freistehenden Haus
  • Die Nähe zur Versorgungsinfrastruktur (Wasser, Strom) reduziert Baukosten
  • Die massive Rückwand des Anlehngewächshauses kann gut als Wärmespeicher genutzt werden, der die über den Tag aufgenommene Wärme nachs abstrahlt
  • Gelegentlich auch als Wintergarten-Ersatz genutzt, wobei hier die baurechtliche Unterscheidung zwischen Gewächshaus unter tatsächlichem (Wohn-)Wintergarten zu berücksichtigen ist
  • Ganzjährig nutzbar

Nachteile:

  • Die Tiefe von Anlehngewächshäusern ist aus statischen Gesichtspunkten limitiert

Foliengewächshaus

Das Foliengewächshaus ist die günstigste Gewächshausart  wenn man Anbaufläche und Anschaffungskosten gegenübergestellt werden

Vorteile:

  • Kostengünstig Umbauung größerer Anbauflächen möglich
  • Bei Bedarf einfache Erweiterung durch Verlängerung des Tunnels
  • Gut für Einsteiger, um das Hobby kennenzulernen
  • Folie ist relativ günstig austauschbar (zugleich aber auch Nachteil s.u.)
  • Kein Fundament erforderlich

 

Nachteile:

  • Unter ästhetischen Gesichtspunkten nicht wirklich ein Gewinner
  • Wenn die Unterkonstruktion keine Fenster vorsieht und auf Grund der relativ hohen Dichtigkeit der Gewächshausfolien muss zur Vermeidung einer zu hohen, pilzbefallfördernden Luftfeuchtigkeit eine Belüftungslösung vorgesehen sein
  • Folien haben nur eine begrenzte Haltbarkeit, sowohl was UV-Strahlung als auch mechanische Belastung angeht
  • Keine Beheizung möglich (bzw. sinnvoll), da nicht isoliert